Peripherieanbindung

Bei der Anbindung von Peripheriegeräten an einen EMV-gerechten Schaltschrank sind ebenfalls einige Punkte zu beachten:

  • Die Masseverbindung zu weiteren Schaltschränken, Anlagenteilen und dezentralen Geräten ist mit möglichst großem Querschnitt, mind. 16mm2, niederimpedant herzustellen.
  • Schirme dürfen dabei nicht den Ausgleich von Spannungsdifferenzen übernehmen. Ausgleichsströme müssen über Verlegung zusätzlicher Masseleitungen geführt werden.
  • Sind Ausgleichsströme auf Schirmen vorhanden, so kann in diesen Fällen der Schirm evtl. einseitig aufgelegt, bzw. die zweite Seite über einen Kondensator geerdet werden.
  • Sind Ausgleichsströme auf Signalleitungen vorhanden, können zur Trennung Optokoppler verwendet werden.
  • Leitungen für empfindliche Signalübertragung sind mit großem Querschnitt zu wählen, diese sind störunempfindlicher.
  • Analoge Signalübertragungen können gegen hochfrequente Störeinflüsse mit Kondensatoren entstört werden. Die Signalverarbeitungsgeschwindigkeit darf durch überhöhte Kapazitäten nicht unzulässig beeinträchtigt werden.
  • Digitale Signalübertragungen und Bus-Leitungen können mit Ferritkernen oder frequenzabgestimmten Filtern entstört werden.
  • Unbenutzte Leitungen sind einseitig im Schaltschrank zu erden.
  • Bewährt haben sich Signalkabel mit einzeln abgeschirmten Aderpaaren, deren Schirme einseitig aufgelegt sind und die außerdem über einen Außenschirm verfügen, der beidseitig aufgelegt wird.
  • Buskommunikationen und serielle Schnittstellen können mit Lichtwellenleitersystemen, insbesondere über große Entfernungen, EMV-sicher aufgebaut werden.
  • Der Abstand zwischen Energie- und Signalleitungen ist so groß wie möglich zu wählen, mind. jedoch 20 cm. Dabei gilt, je länger die parallele Verlegung, umso größer der Abstand. Ist dieser Abstand nicht einzuhalten, sind zusätzliche Schirmungsmaßnahmen vorzusehen.
  • Stromführende Kabel so nah wie möglich am Bezugspotential verlegen.
  • Vermeidung großer Leiterschleifen

Nachfolgend noch die schematische Darstellung wie Leitungen zur Anbindung von Peripherie geführt werden sollten:

 


Quelle: Deutschen Gesellschaft für EMV-Technologie e.V. (D EMV T) mit Stand vom 02.07.2007,

www.demvt.de

Der gemeinnützige Verein hat laut Satzung “… das Ziel, entsprechend der Definition der EMV, d. h. die Fähigkeit der ordnungsgemäßen Funktion von elektrischen und elektronischen Systemen in der elektromagnetischen Umwelt, die fachlichen Interessen aller damit Betroffenen zu unterstützen.”

Des weiteren heißt es dort: “Der Verein will durch seine Öffentlichkeitsarbeit das Verständnis für EMV-Fragen vertiefen